Wärmepumpe im Bestand: Heizlastberechnung und Eignungsprüfung
Sie planen den Wechsel zu einer Wärmepumpe und möchten wissen, ob Ihr Gebäude dafür geeignet ist? Eine fundierte Entscheidung für ein neues Heizsystem beginnt niemals mit Schätzwerten oder Daumenregeln, sondern mit einer belastbaren Datengrundlage. Wir prüfen die Machbarkeit herstellerunabhängig und berechnen die exakte Heizlast Ihres Hauses.
Passt eine Wärmepumpe in mein Haus?
Oft werden neue Heizungsanlagen auf Basis von groben Schätzwerten oder alten Kesselgrößen dimensioniert. Das führt fast immer zu einer Überdimensionierung – und das kostet Sie doppelt Geld:
- Höhere Investitionskosten: Eine Daumenregel der Heizungstechnik besagt, dass 1 kW Wärmepumpenleistung in der Anschaffung rund 3.000 Euro kostet. Eine zu groß ausgelegte Anlage macht die Modernisierung unnötig teuer.
- Höhere Betriebskosten und Verschleiß: Eine überdimensionierte Wärmepumpe kann ihre Leistung an milderen Tagen nicht weit genug drosseln. Sie schaltet sich ständig ein und aus (das sogenannte „Takten“). Dieser ineffiziente Betrieb treibt Ihre Stromkosten in die Höhe und verkürzt die Lebensdauer des Kompressors erheblich.
Mit einer normgerechten, raumweisen Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 stellen wir fest, wie viel Heizleistung Ihr Gebäude an kalten Tagen wirklich benötigt. In der Praxis zeigt sich oft, dass eine deutlich kleinere, kostengünstigere Anlage völlig ausreicht. Die Berechnung rechnet sich somit meist von selbst.
Unser Ablauf: Von der Datenaufnahme zum fertigen Konzept
1. Vorbereitende Datenaufnahme
Um Ihr Gebäude präzise berechnen zu können, werten wir Ihre Bestandsdaten aus. Idealerweise halten Sie dafür alte Baupläne (Grundrisse, Schnitte) sowie die Verbrauchsdaten Ihrer bisherigen Heizung (Öl oder Gas) der letzten Jahre bereit.
2. Raumweise Heizlastberechnung
Wir berechnen die Heizlast für jeden einzelnen Raum. Dabei berücksichtigen wir die Beschaffenheit der Außenwände, Fenster, Dämmstandards und das Lüftungsverhalten.
3. Auswertung & Konzeptübergabe
Sie erhalten ein klares, verständliches Ergebnis. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Vorlauftemperaturen Sie rechnen können, ob einzelne Heizkörper ausgetauscht werden sollten und wie groß die Wärmepumpe dimensioniert sein muss.
Unabhängige Fördermittelberatung für Ihre neue Heizung
Für den Einbau von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden stehen staatliche Fördermittel zur Verfügung. Eine zwingende Voraussetzung für den Erhalt der Fördergelder ist der hydraulische Abgleich (Verfahren B), für den wiederum die raumweise Heizlastberechnung die Basis bildet.
Als eingetragener Energieeffizienz-Experte prüfen wir die Förderfähigkeit Ihres Vorhabens, berücksichtigen die technischen Mindestanforderungen und unterstützen Sie bei den notwendigen Nachweisen für das BAFA oder die KfW. Dabei behalten wir stets die langfristige technische Sinnhaftigkeit der Maßnahme im Auge – losgelöst von kurzfristigen Förderlogiken.
Häufige Fragen zur Wärmepumpe im Altbau
- Muss ich zwingend eine Fußbodenheizung einbauen?
- Nein. Wärmepumpen können auch mit normalen Heizkörpern effizient betrieben werden, sofern die Vorlauftemperatur niedrig genug ist. Oft reicht es aus, lediglich ein oder zwei Heizkörper in kritischen Räumen (z. B. dem Bad) durch größere Modelle zu ersetzen.
- Muss das Haus vorher komplett gedämmt werden?
Nicht zwingend. Viele ungedämmte oder teilsanierte Häuser eignen sich bereits. Ob es wirtschaftlicher ist, zuerst die Gebäudehülle zu dämmen oder direkt die Heizung zu tauschen, betrachten wir in unserer ganzheitlichen Analyse. Wenn Sie eine schrittweise Sanierung planen, empfehlen wir den Individuellen Sanierungsfahrplan.
